Infos zum aktuellen Konzert

28. Juni 2019 - Nina McIntire "Ivory Fantasy


Retrospektive zum Multimedia–Projekt „Ivory Fantasy“

 

Nina McIntire, in St. Petersburg geboren, spielte schon Klavier noch ehe sie laufen konnte, entschied sich allerdings bereits mit vier Jahren für die Violine. Nach ihren Abschluss „Meister der bildenden Künste“ “ am Tschaikowsky-Konservatorium in Moskau, war sie Dozentin an der „Modest Mussorgsky Music Academy“ in St. Petersburg (Russland) und in Frankfurt a.M. an der „School of Music“. Ihre Karriere und ihre Konzerttourneen, unter anderem Japan, Südamerika, Nordamerika und viele Europäische Länder mit der Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz und als Mitglied mehrerer renommierter Kammermusikensembles sind mehr als beachtenswert. ebenso wie zum Beispiel ihre Mitwirkung an einer der größten klassischen Konzertinstitutionen Deutschlands, der "Villa Musica". Ihr Zweitinstrument Klavier hat sie indessen nie vernachlässigt. Mit dem Ausstieg bei der Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz vor über zehn Jahren hat sie es dann wieder zu ihrem Hauptinstrument gewählt, um ihre eigene musikalische Freiheit und das Projekt „Ivory Fantasy“ zu verwirklichen. „Ivory Fantasy“ wurde bereits vielfach in verschiedensten Formationen, sehr erfolgreich z.B. in Finnland, Russland, USA und Deutschland aufgeführt.

 

Nina McIntire verbringt viele Urlaube in Deutschland, vornehmlich in der Pfalz und so führte Sie der Weg auch nach Ruppertsberg, wo glückliche Umstände dazu führten, „Ivory Fantasy“ im alt ehrwürdigen Traminerkeller aufzuführen. Das übergreifende Projekt „Ivory Fantasy“ umfasst derzeit vierundvierzig Stücke, davon sind zwanzig Stücke eigene Kompositionen. Am Abend gab es in einem fast zweistündigen Konzert einen Auszug davon zu hören. Da aus logistischen Gründen weder Klavier noch Konzertflügel möglich war, musste die Auswahl auf ein E-Piano abgestimmt werden.

 

Der gut besuchte Traminerkeller war eingetaucht in rotes Licht, das durch das alte Sandsteingewölbe für eine gewisse Spannung bzw. Atmosphäre sorgte. Auf der 340x320 großen Videoleinwand sah man ein riesiges Notenblatt mit einer klassischen Partitur als die Künstlerin, begleitet von erwartungsvollem Beifall die Bühne betrat.

 

Bereits das erste Stück „Ephemeral Streams“ ein eher modernes Arrangement der leisen Töne, zeigte die Intention der Künstlerin – sie will Brücken schlagen und klassische Musik in die Moderne transportieren. Die Zuhörer waren nicht wenig erstaunt, als immer wieder Themen aus „Dust in the Wind“ von Kansas zu erkennen waren. Komponist Kerry Livgren schrieb den Song, nachdem er ein Buch über die amerikanischen Ureinwohner und deren Dichtkunst gelesen hatte. Das Video auf der Leinwand und die blaue Beleuchtung auf den Sandsteinen transportierten dies sehr harmonisch. „Alles was wir sind ist Staub im Wind.“ „Point of no Return“ gehört zu meinen Lieblingsplatten, wurde oft interpretiert, aber so habe ich den Song noch nie gehört. Nina gelang mit diesem ersten Song auf den Punkt, was sich jeder Künstler erhofft – den direkten Draht zum und die uneingeschränkte Aufmerksamkeit des Publikum, das sich mit begeistertem Applaus bedankte. Es folgten weitere Arrangements wie „Dancing Anitra“ und „Golden Rays of Sunshine“ beide mit Zitaten von Peer Gynt, „Fantasy in Red“ nach einem Allegretto von Beethoven. „White Dakota“ war dann auch die erste eigene Komposition von Nina McIntire, inspiriert durch die Lebensweise der Menschen in South Dakota und unterlegt mit Gemälden ihres Freundes und renommierten Malers Jon Crane, führt es audiovisuell in eine absolut andere Welt. „Rocking Bach“als Arrangement, zeigt dann sehr eindrücklich wie modern das „Präludium Nr.1 Wohltemperiertes Klavier I“ von J.S. Bach klingen kann. Da ist nichts „wohltemperiert“ – das brennt, die Künstlerin brennt und sie kann endlich zeigen, was sie wirklich drauf hat. Präzise Arpeggien, wie man sie so nicht oft live hört in Kombination mit gewaltigen Bassläufen, so kann Bach auch klingen. „Rolliking Weinfest“, eine an Chopin angelehnte Mazurka und „Sunset Wine“, eine eigene Komposition kann man durchaus als Hommage an die Pfalz verstehen. In die Pause entlässt Nina dann ihr Publikum mit einer fetzigen Interpretation von Jerry Lee Lewis „Great Balls of Fire“. Das hat ordentlich gerockt.

 

Nach der Pause spannt Nina den Bogen von der anderen Seite und zeigt gekonnt, dass moderne Musik auch durch klassische Einflüsse ziemlich spannend sein kann. Die Stücke „Roadhouse Rhythm“, „Jenny`s Afternoon Tea“, “Smile Boggie“ , Black & Purple” und vor allen “Celtic Spell” zeigen eine beeindruckende Vielfältigkeit und Variabilität der Pianistin. Das nächste Arrangement "Latin Touch" beginnt mit dem ersten Ton erkennbar als „Don`t let me be misunderstood“. Eigentlich als Bluesstück von Bennie Benjamin/Gloria Caldwell und Sol Marcus, irgendwann in den 60ern geschrieben. Meine Lieblingsversion übrigens immer noch die von Nina Simone. Wer es aber schon einmal von Roberto Fabri oder AL DI Meola gehört hat, versteht auch das Arrangement. Das Stück (Tipp von mir) sollte eigentlich „Latin Inspiration“ heißen. (*g). Mit den eigenen Kompositionen „Cruising Uptown Woogie“ und „Wild Wind Bluegrass“ beendete Nina ihren grandiosen Auftritt. Nicht ganz, denn das Publikum forderte frenetisch Zugaben. Sichtlich gerührt betrat die Künstlerin bereitwillig erneut die Bühne und erfüllte den Wunsch "Ihres" Publikums. Das letzte Stück war dann auch ein fulminantes Finale. Die Volksweise „Guten Abend gut Nacht“, erstmals vertont von Johannes Brahms (Brahms’ Lullaby), sie nennt es treffend "Earth Lullaby", mit Zitaten aus „Heal the World“ und „We are the World“ von Micheal Jackson, gepaart mit wundervollen Bildern, zeigte noch einmal die Intention der Künstlerin – Musik ist das was uns alle verbindet, sie ist Teil unserer Identität und sie kann alle Formen haben. Ich zitiere die Künstlerin: „In meiner Musik, sei es eigene Kompositionen oder Ableitungen, Arrangements, Variationen, empfinde ich für jeden Musikstil - Klassik, Rock, Pop, Jazz, Weltmusik etc. - Respekt, denn jedes Genre spiegelt unsere innere Welt wider und ist auch unsere wahre emotionale Geschichte. Ich empfinde die Musik jenseits der stilistischen Grenzen - als eine Einheit, die uns in unserem Leben begleitet, unterstützt und inspiriert.“

 

Liebe Nina, es war ein sehr bezaubernder Abend, Du hast es geschafft mit Deiner Musik die Herzen aller zu erreichen. Wir hatten schon einige tolle Konzerte hier in Ruppertsberg, „Standing Ovation“ ist eine Form des Dankes und des Respekts für eine großartige Leistung.

 

Danke für diese Begegnung

 

Mit ihrem Artikel vom 1.7.2019 berichtete die Rheinpfalz ausführlich über das Konzert.




Am 5.7. erreichte uns eine Email von Nina McIntire aus den USA, deren Inhalt ich hier gerne wiedergeben darf.:

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Kompetent, kreativ und leidenschaftlich - die Gemeinde Ruppertsberg kann sehr stolz auf ihre "Kulturtage" sein.

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Rückblick auf eine musikalische Begegnung.

 

Mit ganz besondere Freude habe ich am Freitag, den 28. Juni, im historischen Traminerkeller mein Konzertprogramm "Ivory Fantasy" gespielt (vorgestellt). Für mich, die noch als klassische Konzertviolinistin vor allem auf großen Bühnen Erfahrungen gesammelt hat, liegen solche Auftritte wie in Ruppertsberg besonders nah am Herzen.

Ich habe mein Klavierprogramm "Ivory Fantasy" so gestaltet (kreiert), dass ich meine Musik nicht nur auf großen Bühnen am Konzertflügel, sondern auch für Menschen an kleineren Orten am Digitalpiano spielen kann. In meiner Musik, sei es eigene Kompositionen oder Ableitungen, Arrangements, Variationen, empfinde ich für jeden Musikstil - Klassik, Rock, Pop, Jazz, Weltmusik etc. - Respekt, denn jedes Genre spiegelt unsere innere Welt wider und ist auch unsere wahre emotionale Geschichte. Ich empfinde die Musik jenseits der stilistischen Grenzen - als eine Einheit, die uns in unserem Leben begleitet, unterstützt und inspiriert.

Der Veranstalter der Kulturtage-Ruppertsberg, Hans Jürgen Holle, der das breite Spektrum der Musik präsentiert, und der historische Raum des Traminerkellers waren wirklich perfekt für das Konzert "Ivory Fantasy". Hans, selbst ein erfahrener Musiker, hat in zwei Jahren einen hoch geschätzten Begegnungsort für internationale Künstler und Kulturliebhaber aus der gesamten Rhein-Neckar Metropolregion geschaffen. Erfreulich, dass sein enthusiastisches Engagement stets von der ganzen Gemeinde geschätzt und unterstützt wird. Die gesamten Vorbereitungen für mein Konzert waren wirklich beeindruckend - kompetent, kreativ, leidenschaftlich und reibungslos. Ein herzliches Dankeschön an alle Beteiligten!

Der warme Empfang meiner Musik beim Konzertpublikum hat mich sehr gefreut. Nach dem Konzert durfte ich einige Konzertbesucher kennen lernen. Ruppertsberg's Ortsbürgermeisterin A.D. Frau Ursula Knoll, die gemeinsam mit ihrem Mann zu den Konzert-Reihe-Stammgästen zählt, war auch da. Selbst, eine häufige Konzertbesucherin der klassischen Musikreihe im Rosengarten, Mannheim, unterstützt sie die Entwicklung der "Kulturtage-Ruppertsberg" vom ersten Tag an. Es hat sie erfreut, die bekannten Melodien beim "Ivory Fantasy" Konzert in anderem "Licht" zu erleben.

Die Konzertreihe "Kulturtage-Ruppertsberg" ist ein Juwel - es spielt eine bedeutende Rolle im Kulturleben der Region. Die Ruppertsberg-Gemeinde mit ca. 1400 Einwohnern kann sehr stolz auf ihre "Kulturtage" sein. Sicherlich, werden sie auch weiter enthusiastisch unterstützt.

 

Ich wünsche allen Musikfreunden weiterhin viel Konzertfreude!

Mit herzlichen Grüßen 

Nina McIntire 

 

www.ivoryfantasy.com